Sonntag, 3. Januar 2016

Buchvorstellung | Local Superfoods

Also, eigentlich wollte ich ja nicht groß auf den Superfood-Zug aufspringen, der momentan einfach überall im Internet durchtuckert. Wenn aber die tolle Franziska vom Blog Veggie Love ein neues Buch rausbringt, muss ich mir das eben doch anschauen. Auch wenn es von Superfoods handelt. Außerdem hat Franzi das Thema toll umgemodelt - in ihrem Buch geht es nicht um Chia, Moringa & Co., sondern um die "heimischen Vitalstoffpakete". die wohl gerne mal vergessen werden.


erschienen: 2015 im Trias Verlag
128 Seiten, broschiert
14,99€ 
ISBN: 9783830483045

Klappentext:
Sie sind prallvoll mit Vitaminen und Mineralstoffen, liefern eine geballte Ladung Bioaktivstoffe - und kommen gerne mal vom anderen Ende der Welt. Aber warum in die Ferne schweifen? Superfoods gibt es schließlich auch vor der heimischen Haustür!

Inhalt & Optik
Nach einer kurzen Einleitung mit der Erklärung was denn eigentlich Superfoods sind (grob: Lebensmittel, die zum Wohlergehen beitragen), werden folgende Lebensmittel vorgestellt: Himbeeren, Blaubeeren, Sanddorn, Kräuter und Wildkräuter, Grünkohl, Gersten- und Weizengras, Sprossen, Rote Bete, Süßkartoffeln, Avocado, Süßlupinen, Kresse und Brunnenkresse, Nüsse wie Mandeln, Walnüsse und Cashewkerne, Hanfsamen, Amaranth, Quinoa. Ja und hier war ich dann im ersten Moment etwas überrascht: Wie passt den "local" mit bspw. Avocado und Quinoa zusammen? Sollte es hier nicht um heimische, regionale und eben nicht exotische Superfoods gehen? Ja, theoretisch schon. Franziska erklärte mir aber, dass das Buch auch passende Lebensmittel beinhalten sollte, die das ganze Jahr über erhältlich sind. Eben nicht nur Himbeeren im Sommer und Grünkohl im Winter. Ok, also die genannten Lebensmittel werden jeweils ausführlich vorgestellt, teilweise mit Saisonangabe, Herkunft, ihrer "Superpower", wie man sie selbst anbauen kann, wie man sie zubereitet, wie man sie aufbewahrt, etc. Jeweils eine Doppelseite mit Foto sind den Produkten gewidmet - ausreichend informativ, ohne zu viel und langweilig zu sein. Das hat mir schon mal sehr gut gefallen. 
Die Optik ist wieder typisch-klassisch Trias: einfach, ansprechend und übersichtlich. Ein angenehmes Schriftbild, farbliche Akzente, ansprechende Fotos. Es sind allerdings nur verhältnismäßig wenige Rezepte bebildert. Ein paar mehr hätte ich ganz schön gefunden, ist hier aber auch nicht weiter störend.


Rezepte
Auf die Theorie folgt die Praxis - die Rezepte, gegliedert wie folgt: 
  • Zum Trinken
  • Klein und schnell
  • Für Freunde
  • Für etwas mehr Zeit
  • Süßes
Die Rezepte sind übersichtlich und verständlich aufgebaut: Portions- & Zeitangabe sind immer dabei, häufig Variationsvorschläge oder Kombinationsmöglichkeiten. Einfache, verständliche Formulierung, ohne viel Drumrum. Allzu ausgefallene Zutaten benötigt man ebenfalls nicht, Süßlupinenmehl ist da schon am "exotischsten" und generell sind die Rezepte auch entsprechend einfach gehalten. Fündig wird man bei der Auswahl an Rezepten bestimmt: da wären zum Beispiel Hanf-Blaubeeren-Milch, Grünkohlpesto, Sprossensalat mit Minze, Zitronensuppe mit Quinoa, Sanddorngelee und Amaranth-Hafer-Cookies. Weil ich es noch gar nicht explizit erwähnt habe: die Rezepte sind alle vegan - was natürlich daran liegt, dass die Autorin Veganerin ist. 

Im Test 
Meine Rezension kommt verhältnismäßig spät, was einfach daran liegt, dass ich mich ordentlich durch das Buch geschlemmt habe. Meine große Entdeckung, seit ich Franziskas Rezepte ausprobiere: ich mag rote Bete. Und zwar richtig gern!

Orangensalat | Rote Bete-Karotten-Apfel-Salat

Zunächst probierte ich aber den Orangensalat mit Brunnenkresse. Orangen, Brunnenkresse, Zwiebel und eine einfache Vinaigrette - so etwas Einfaches und so was von gut.
Dann wurde es schon -für mich- experimentierfreudiger. Der rote Bete-Apfel-Karotten-Salat stand auf dem Plan. Diese Kombination kannte und mochte ich bisher ja schon - aber nur als Saft. Nach den ersten Bissen stand aber fest: auch als Salat wird es einer meiner Favoriten sind. Das tolles Dressing mit Ingwer rundet das Ganze noch ab.

Rote Bete-Carpaccio | Süßlupinen-Hummus

Also gleich nochmal rote Bete, in Form eines Carpaccios. Der Linsensalat auf dem Foto ist meine eigene Ergänzung, wurde aber mit dem Dressing des Carpaccio-Rezepts angemacht. Insgesamt ein gelungenes und nach Wiederholung schreiendes Gericht! 
Prämiere: Süßlupinen-Hummus. An Süßlupine wagte ich mich das erste Mal und bin auf jeden Fall gewillt, damit noch mehr auszuprobieren. Dieses "Hummus" (Anführungszeichen, weil keine Kichererbsen enthalten sind) war auf jeden Fall ein gelungener Auftakt.

Rote Bete-Hummus

Und ja, das nächste probierte Rezept beinhaltet wieder rote Bete und ist wieder ein Hummusrezept. Diesmal aber mit Kichererbsen. Und ich muss sagen: das war das beste Hummus, welches ich bisher selbst gemacht habe. Bei den Mengenangaben war ich zwar recht frei in der Umsetzung, aber am Ende hatte ich ein herrlich cremiges und wirklich leckeres Hummus auf dem Teller!

Fazit
objektiv
Da der Begriff "Superfoods" in letzter Zeit sehr häufig verwendet wurde und auch viele Bücher zu dieser Thematik erschienen, ist man gewillt auch das Buch "Local Superfoods" schnell in diese Schublade zu stecken. Allerdings wäre das hier ein voreiliger Entschluss, da dieses Buch eben nicht von den im "Superfoods-Zusammenhang" typischen Produkten wie Chiasamen, Moringa, Acai & Co. handelt, sondern sich mit bodenständigeren Lebensmitteln wie Grünkohl, Himbeeren und Nüssen auseinandersetzt. Möchte man sich etwas Gutes tun und ist der veganen Küche gegenüber aufgeschlossen, bekommt man hier ein schönes Buch zu einem äußerst fairen Preis.

subjektiv
Ich war ja von Franziska Schmids erstem Buch schon recht angetan und diesem hier daher natürlich von vornherein positiv gestimmt, mit hohen Erwartungen. Ich wurde nicht enttäuscht. Die andere Herangehensweise an das Thema "Superfoods", nämlich, dass es sich dabei auch um einfache, regionale Lebensmittel handeln kann, die voller Nährstoffe und Vitamine stecken, gefällt mir. Die Umsetzung finde ich äußerst gelungen, sowohl informativ, als auch anregend in Form der Rezepte. Es stehen noch eine Gerichte an, die ich ausprobieren möchte, so dass das Buch mit Sicherheit noch häufig aufgeschlagen wird.


1 Kommentar:

  1. hi, Danke für die tolle Vorstellung, finde das Buch interessant vorallem weil es local Superfoods und wenn du auch so begeistert bist ... - wäre ein Kauf sicher nur von Vorteil!

    lg netzchen

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