Donnerstag, 3. Dezember 2015

[1/2] Fasten - Vorabüberlegungen

Nachdem die Resonanz auf die Frage, ob euch etwas Geschreibsel über meine Fastenzeit interessiert, recht positiv war, geht's heute lost mit Teil 1 von 2. Alles in einem wäre dann doch ein bisschen lang geworden.

Ich wollte also fasten.

Warum?
Zwei Gründe: Einerseits wollte ich die Resettaste drücken - in den letzten Wochen gab es von allem irgendwie zu viel. Davon, hiervon und das auch noch. Vor allem Haushaltszucker war, für meine Verhältnisse, zu oft vertreten. Ich fühlte mich oft überfressen, hatte recht häufig Magen-Darm-Probleme. Also alles mal auf Null. Tut sicher gut, dachte ich mir. Der zweite Grund ist allerdings ein ganz Anderer: Neugier. Ich habe mich immer mal wieder für die Fastenthematik interessiert, Beriche und How-to's dazu gelesen. Ist es wirklich so, wie die Mehrheit schreibt? Fühlt man sich im Anschluss an die Zeit tatsächlich so gut? Ändert sich echt das Hautbild? Ist es wirklich so einfach, auf feste Nahrung zu verzichten? Und vor allem: Schaffe ich das, kann ich konsequent genug sein? Auch das alles hat deutlich zu meiner Entscheidung beigetragen.

Wie?
Habt ihr euch schon mal über Fastenmöglichkeiten informiert? Da gibt's richtig viele verschiedene Varianten. Abgesehen von der vor-osterlichen Fastenzeit. So manche Menschen haben sich da schon vor vielen Jahren Gedanken zu gemacht, Hildegard von Bingen oder Dr. Buchinger zum Beispiel. Auch in der Neuzeit ist das Thema natürlich angekommen, Stichwort: Detox. Desweiteren muss man die Fastenart unterscheiden, also was man während dieser Zeit zu sich nimmt. Das klassische Heilfasten beschränkt sich dabei auf Wasser und Kräutertee. Dann gibt es noch die Variante mit Brühe. Und Saftfasten. Ja sogar vom Brotfasten habe ich gelesen. 
Nur Wasser und Tee erschien mir für meine erste Fastenerfahrung etwas zu arg. Daher habe ich beschlossen, mir -wie so oft- meine eigenen Regeln aufzustellen: Wasser, Kräutertee, Säfte (selbst gepresst) und Gemüsebrühe (selbst gekocht). Und zwar wie folgt über den Tag verteilt (Tee natürlich immer): morgens: 1 großes Glas Zitronen-Ingwer-Wasser (trinke ich generell täglich) & frisch gepressten Saft, mittags: Gemüsebrühe. Abends natürlich Tee, evtl. mit etwas Saft. 

Darmreinigung?
Ein Punkt, den man im Zusammenhang mit dem Fasten immer findet ist die Darmreinigung/Darmentleerung. 
Ein Punkt, den ich anfangs, weil unwillig, außer Acht gelassen habe. Den Körper dazu zu zwingen, abzuführen, ist für mich einfach falsch. (Abgesehen natürlich als Vorbereitung für einen medizinischen Eingriff). Daher war dieses Thema für mich erstmal uninteressant. Naja, aber wie das halt so ist, habe ich mir irgendwann doch Gedanken dazu gemacht - schließlich muss ja irgendwas dran sein, wenn das immer mit aufgeführt wird. Und natürlich ist es das. Während des Fastens nimmt man keine feste Nahrung zu sich, also nichts, was Magen und Darm 'verwerten/verarbeiten' können. Sprich: in dieser Zeit liegt der Darm still. Leert man ihn vorher nicht, wird also alles, was bis dahin da drin ist, auch drin bleiben. Über eine Woche lang. Keine allzu schöne Vorstellung. (Ich muss dabei immer an die Schildkröten denken, die vor ihrem Winterschlaf nichts mehr fressen, damit in ihrem Darm während der langen Zeit nichts blähen/gären/arbeiten kann. ;-)). Gegen schwere, chemische Mittel zur Abführung bin ich aber nach wie vor. Die klassischen Hausmittelchen (Leinsamen/Buttermilch/Pflaumensaft/etc.), die eine abführende Wirkung haben sollen, "funktionieren" bei mir aber auch nicht. Also habe ich mich für Sennesblättertee entschieden. Da der recht sanft wirkt, habe ich bereits zwei Tage vor dem Fasten angefangen ihn zu trinken. Im Nachhinein war ich damit sehr zufrieden - die nötige Darmentleerung hat auf schonende Weise statt gefunden.

Wann?
Eine weitere wichtige Entscheidung: wann werde ich die Fastenzeit einlegen? Oft wird dazu geraten, sich dafür eine Auszeit zu nehmen. Egal ob man zu Hause ist oder wegfährt. Man solle sich in dieser Zeit ganz bewusst auf seinen Körper und sein Wohlbefinden einlassen. Ich sag's ganz direkt: ich habe mich bewusst dafür entschieden, es während der Arbeitszeit zu machen. Einerseits habe ich dieses Jahr gar keinen Urlaub mehr, den ich mir dafür nehmen könnte. Andererseits -und für mich viel entscheidender- ist Freizeit für mich die Zeit des Kochens und Essens. An meinen Urlaubs- oder freien Tagen stehe ich gerne lange in der Küche, koche, esse oder lasse mich auswärts kulinarisch verwöhnen. Außerdem kenne ich mich ganz genau: ich würde die ganze Zeit nur ans Essen denken. Was könnte ich jetzt...? Was würde ich essen, wenn ich nicht fasten würde? Was haben wir eigentlich noch in der Schublade...? Nee, für mich war klar: ich mache das während des Arbeitens. Da kann ich mir den Tag zeitlich relativ genau einplanen (punktgenaue Zeiten gibt's in der Gastronomie ja fast nie) und bin abgelenkt. Was ich mir im Gegensatz dazu aber gut vorstellen könnte: eine Fastenkur in einem speziellen Hotel. Das wäre durchaus interessant.

Sodala, das waren dann also meine Vorabüberlegungen zum Fasten. Achja, geplant sind sieben reine Fastentage. Da das jetzt aber erstmal genug Text ist, werde ich euch morgen erzählen, wie es mir dabei dann schlussendlich erging. :-)

Bitte beachtet: Was ich hier schreibe, ist allein meine Art und Weise wie ich an das Thema rangegangen bin. Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich kein medizinisches Studium oder eine ähnliche Vorbildung habe, daher auch nicht garantiere, dass es alles so richtig ist. Solltet ihr aber Gefallen an meinem Weg finden und es selbst auch ausprobieren, lasst es mich gerne wissen.

Kommentare:

  1. Danke für deinen langen und ausführlichen Text! Und sieben Fastentage sind ja echt richtig lang. Respekt! Bin gespannt wie es dir ergangen ist :)

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  2. Oh, wow! Ich finde total cool, dass du das machst. Auch wenn Fasten nie für mich in Frage kommt: Ich würde das auch während einer ganz normalen Arbeitswoche machen. Schon allein wegen der Ablenkung - also genau so wie du.

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  3. Find ich sehr gut, dass Du Dich in der Vorweihnachtszeit auch daran erinnerst, dass das ursprünglich mal eine Fastenzeit war und keine Plätzchen-Glühwein-Stollen-Zeit! Ich habe gerade 9 Tage Rohkost-Saft-Fasten abgeschlossen und mir gehts prächtig. Darmreinigung vorher ist aus verschiedenen Gründen sehr wichtig. Wenn es einem während des Fastens nicht so gut geht, kann man auch währendessen noch mal eine machen. Wünsche Dir viel Erfolg und eine gute Zeit.

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  4. Hallo Ramona,
    Vielen Dank für deinen interessanten und ausführlichen Bericht. Ich finde das Thema sehr interessant und deine Herangehensweise sehr gut. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil und wie es dir wohl ergangen ist (ich hoffe gut!)

    Liebe Grüße
    Nika

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