Montag, 12. Oktober 2015

Schwabenteller

Der Schwabenteller war eines der meist bestellten Gerichte in einem Restaurant, in welchem ich mal arbeitete, so dass ich es bereits geschätzte 846x in der Hand (auf einem Teller natürlich) hatte. Nach dem vermutlich 200sten Mal fragte ich dann, warum der Schwabenteller denn überhaupt "Schwaben"teller hieße. Die Antwort war für mich, neugieriges und wissbegieriges Fräulein, nicht wirklich zufriedenstellend: "Keine Ahnung, das wird hier (Anmerkung vom Frl.: Augsburg/Schwaben) halt einfach gern gegessen." 
Nun müsst ihr wissen: Ich bin eine 'Zugroaste' - ursprünglich nämlich ein Münchner Kindl, keine Schwäbin.  Ich kann euch erklären, warum die Weißwurst das 12-Uhr-Läuten nicht erleben darf; kann euch sagen, dass man Leberkäse niemals nie nicht mit Ketchup isst und schüttele immer wieder ungläubig den Kopf, wenn ich das 'zigste Obazdarezept mit den unnötigsten Zutaten darin lese. Aber warum der Schwabe auf Schweinefilet mit Rahmsoße steht? Keine Ahnung.
Fakt ist aber: Er tut's. Ich lese nämlich unheimlich gerne Speisekarten. Online, im Vorbeigehen, im Inland, im Ausland. Überall wird meist zumindest ein kurzer Blick darauf geworfen. Und seit der Schwabenteller-Namensfrage fällt mir auf, dass tatsächlich die meisten Wirtshäuser und Gaststätten hier eine derartige Kombination auf ihrer Karte stehen haben: Schweinefilet, Pilz-Rahmsoße, Spätzle und Gemüse. Also ist es scheinbar wirklich ein typisch regionales Gericht. Und deswegen seid nun ihr gefragt, liebe Schwaben: Was hat's damit auf sich, wer hat's erfunden? Versteht mich nicht falsch! Es schmeckt vorzüglich, davon habe ich mich ja nun auch schon selbst überzeugt:


Zutaten für 2 gute Portionen
150g Dinkelmehl
50g Weizenmehl
100ml warmes Wasser
2 Eier (Gr. M)
1 gute Prise Salz

insgesamt ca. 350g gemischtes Gemüse, bei mir waren das 1 Karotte, 1/2 Kohlrabi und eine Hand voll Bohnen

1 Schalotte
250g Champignons
200ml Sahne
50ml Milch
1 geh. El Mehl

1 (ca. 550g) Bio-Schweinefilet
Öl, Butter
Schnittlauch
2 Rosmarinzweige

Zubereitung
Für die Spätzle Mehlsorten und Salz vermischen, durchsieben. Eier und Salz zufügen und mit Knethaken gründlich verkneten. In einem großem Topf Wasser aufkochen lassen, salzen und dann den Teig nach und nach durch die Spätzlereibe/-presse lassen. Kurz im kochenden Wasser garen, dann abschöpfen und in einem Sieb abtropfen lassen.

Das verwendete Gemüse klein würfeln und in einer Pfanne mit etwas Öl, sowie einem kleinem Stich Butter, anschwitzen. Mit (Rosmarin-)Salz und Pfeffer würzen. Einen kleinen Schuss Wasser zufügen, einen Deckel auflege und das Gemüse ca. fünf bis sieben Minuten bissfest garen (je nach eigenem Geschmack weicher oder fester).

Für die Soße die Schalotte fein hacken und die Pilze in Scheiben schneiden. Nun in einer Pfanne Öl erhitzen und die Champignons scharf anbraten. Temperatur reduzieren, die Zwiebeln zugeben. Von den Champignons austretende Flüssigkeit überwiegend verdampfen lassen, dann mit dem Mehl bestäuben, untermischen. Sahne und Milch, sowie Salz und Pfeffer, dazu geben. Erst kurz aufkochen und anschließend sämig einkochen lassen. Ggf. nachwürzen.

Das Schweinefilet parieren, mit Salz und Pfeffer rundherum würzen, je nach Größe evtl. in zwei Stücke schneiden. In einer ofenfesten Pfanne nun etwas Öl und Butter erhitzen, das Filet darin rundherum kurz und scharf anbraten. Erneut ein kleines Stück Butter zufügen und die Rosmarinzweige mit hineinlegen. Die Pfanne nun in den vorgeheizten Ofen (160°C, Umluft) stellen und (je nach Dicke des Filets) nach sieben bis neun Minuten wieder herausholen. 

Wer mag, kann die Spätzle nun noch kurz in einer Pfanne in etwas zerlassener Butter schwenken.
Dann Spätzle, Soße, Gemüse und in Scheiben geschnittenes Fleisch gemeinsam servieren.


Vor einem Jahr: Kuku Sabzi
Vor zwei Jahren: Matcha- & Chai-Latte
Vor drei Jahren: Tomatensuppe mit Kichererbsen

Wie bitte, waaaas? Steht da echt "vor drei Jahren"? Oh ja, tut es. Denn genau heute vor drei Jahren ging Frl. Moonstruck kocht online. Ich bin inzwischen keine große Geburstagsfeiertante mehr, daher summe ich ein sanftes Happy Birthday (singen wollt ihr mich eh wirklich nicht hören!) und freue mich über die letzten drei und die mit Sicherheit kommenden drei Jahre. :-)

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