Mittwoch, 3. Juni 2015

Auswärts | Das Fürstenfelder

Obwohl ich es wirklich liebe selbst zu kochen und an jedem Tag zumindest ein bisschen in der Küche rumwerkeln möchte, gefällt es mir natürlich auch, mich ab und an außer Haus kulinarisch zu verwöhnen zu lassen. Daher wird es ab jetzt die Kategorie "Auswärts" hier geben, in der ich euch Gaumenfreuden außer Haus vorstellen möchte.
Beginnen werde ich direkt mit einem meiner Lieblingsrestaurants: dem Fürstenfelder in Fürstenfeldbruck. Obwohl ich über 10 Jahre dort gelebt habe, war ich kein einziges Mal in dort essen. In diesem Jahr dafür bereits drei Mal. Manche Orte lernt man eben erst später zu schätzen. Und ich muss zugeben: zu meiner Teeniezeit machte ich mir nicht viel aus gutem, qualitativem Essen, leider. Aber das hat sich ja inzwischen geändert.



Das Fürstenfelder liegt direkt im Veranstaltungsforum Fürstenfeld und beinhaltet neben dem innen liegenden Restaurant auch noch einen kleinen Bar-/Loungebereich, sowie einen wunderschönen Außenbereich mit Blick auf das Kloster Fürstenfeld. Das Ambiente beeindruckt mich jedes Mal wieder und auch meine Begleitung beim letzten Besuch stellte ziemlich schnell fest "Hier fühlt man sich direkt wohl."


An dem schönen Gebälk und der dezent-elegante Einrichtung kann ich mich -ganz ehrlich- nicht satt sehen. Bei allen drei Besuchen, bei denen ich durch verschieden zugewiesene Tische die Möglichkeit hatte, das Restaurant aus diversen Blickwinkeln zu betrachten, war ich jedes Mal wieder über die Stimmigkeit entzückt.


Für mich hat dieses Restaurant aber einen weiteren entscheidenden Vorteil: Es ist Bioland zertifiziert und legt Wert auf Regionalität und Saisonalität. So findet man bereits in der Speisekarte die Logos der umliegenden Höfe, von denen bspw. Fleisch bezogen wird. Wie ich euch am Anfang des Jahres erzählt habe, bin ich sehr, sehr penibel, wenn es um Fleisch und Fisch geht - ich will wissen, woher es kommt und dass die Tiere dort gut gehalten wurden. Daher bezeichne ich mich, augenzwinkernd, inzwischen auch als Auswärtsvegetarier und esse diese Lebensmittel nur zu Hause, wenn ich es selbst gekauft habe. Beim Fürstenfelder hingegen kann ich auch Fleisch- und Fischgerichte genießen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen oder ungutes Gefühl haben zu müssen. In der Speisekarte ist zudem jeder Bestandteil, der biologisch erzeugt wurde, extra mit einem Sternchen markiert - und das ist nahezu alles (Ausnahmen sind hier beispielsweise Avocado, Pinienkerne oder Wildkräuter). Desweiteren sind gluten-, laktosefreie und vegane Gerichte ebenfalls gekennzeichnet.


Die Speisekarte wechselt saisonal bedingt, Empfehlungen des Tages (zum Beispiel wenn der Chef bei der Jagd war) gibt es auch. Es wird also nicht langweilig - auch wenn man häufiger dort zu Gast ist. Der Anlass für den diesmaligen Besuch war mein Geburtstag, so dass meine Mama und ich es uns richtig gut gehen ließen:

Räucherfischmousse

Den Auftakt macht immer ein kleiner Gruß aus der Küche, auch dieser wechselt. Während wir beim letzten Mal einen würzigen Curryfrischkäse bekamen, durften wir bei diesem Besuch eine feine Räucherfischmousse kosten. Perfekt für den kleinen Hunger vorweg. 

Rindfleischsalat mit Balsamico, roten Zwiebeln, Wildkräutersalat und Kürbiskernöl

Unser erster Gang bestand aus einem Rindfleischsalat, der mich schon länger auf der Karte anlachte. Und zwar aus gutem Grund, wie sich herausstellte. Das Fleisch war ideal gegart, das Dressing toll abgeschmeckt. Alles in allem sehr stimmig und ein klasse Einstieg.

Bärlauchsuppe mit Schnittlaucheierstich / Spargelcremesuppe mit Spargelstückchen

Die Bärlauchsuppe habe ich beim vorherigen Besuch schon gegessen und musste sie einfach erneut genießen - ein Traum. Auch von der Cremigkeit der Spargelsuppe war ich begeistert. Eine schöne Abwechslung: Man bekommt den Teller leer bzw. nur mit der Einlage serviert, die Suppe wird dann heiß aus kleinen Karaffen direkt am Tisch eingegossen.

Blattsalate mit Avocado, Chili, Ziegenkäse, Pinienkernen, Balsamicoglace, Joghurt-Kräuterdressing mit gegrilltem grünem Spargel / Zwiebelrostbraten mit Zwiebelsoße, Bratkartoffeln, Speck-Bohnensalat und Röstzwiebeln

Beim Hauptgang entschied ich mich dann gegen die klassischen Menüfolge. Ich hatte bereits bei den vorherigen Besuchen Fleisch- und Fischgerichte gegessen (hervorragend!) und bin halt einfach ein Salatliebhaber - und die Komposition auf der Speisekarte klang zu verlockend. Also bestand meine Hauptspeise aus einem großem gemischten Salatteller mit gegrilltem Spargel. Herrlich! Der Spargel war mit Sesam kombiniert, das Salatdressing wunderbar cremig. Natürlich probierte ich auch den Zwiebelrostbraten meiner Mama. Das Fleisch war sowas von zart und butterweich! Der Speck-Bohnensalat harmonierte sehr gut damit und die Bratkartoffeln waren optisch zwar recht dunkel, geschmacklich aber optimal, ohne dabei zu fettig zu sein.

Haselnuss-Naturpraline / Schoko-Macaron

Ihr wisst ja: Ich bin eigentlich kein großer Süßspeisenesser, dieses Mal gehörte es aber irgendwie dazu. Außerdem interessierten mich die hausgemachten Naturpralinen schon sehr. Meine Begleitung entschied sich für einen -ebenfalls selbstgemachten- Macaron. Ich hatte allerdings scheinbar eine andere Vorstellung der Praline, bekommen habe ich eine kleine Schokobombe im Haselnussmantel. An sich geschmacklich durchaus gut, nur für mich persönlich etwas zu massiv. Schokoladenliebhaber werden damit aber mit Sicherheit sehr glücklich!


Wundert euch übrigens nicht, dass ihr keine Gäste auf den Bildern seht: Die Innenfotos entstanden direkt nachdem wir angekommen sind, was noch relativ früh war. Eine Stunde später war das Restaurant fast komplett voll. Und die Fotos des Außenbereichs habe ich gemacht, als wir gegangen sind - da war es dann schon zu kühl, um noch draußen zu sitzen. In den letzten Abend-Sonnenstunden war auf der Terrasse aber auch einiges los. 
Was ich noch erwähnen möchte: Der Service ist perfekt - freundlich, aufmerksam und professionell. So wie man es sich als angehende Restaurantfachfrau wünscht. ;-)


Die Preise im Fürstenfelder sind in der Tat etwas gehobener. Wenn man aber bedenkt, was man dafür bekommt, nämlich erstklassige Speisen in Bio-Qualität, serviert von top Servicepersonal, in wunderschönem Ambiente, ist das auf jeden Fall gerechtfertigt. Ich zahle das gerne, wenn ich dann auf so einen schönen Abend zurückblicken kann.


Kommentare:

  1. Ja sowas, das ist ja gar nicht weit von uns weg (global gesprochen) und klingt wirklich versuchenswert.
    Danke!
    Angela

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  2. Das sieht toll aus! Falls ich jemals nach FFB komme denk ich dran ;)
    Liebe Grüße,
    Ela

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  3. Hallo Ramona,
    Eine schöne Idee mit der neuen Kategorie! Klasse. Und der Bericht hat mich auch direkt total angesprochen. :) Sollte ich demnächst mal wieder in FFB/ Eichenau sein, werde ich mir wünschen, dort essen zu gehen.

    LG
    Nika

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  4. Klasse! Das sieht toll aus! Sehr ansprechend!
    Liebe Grüße
    Christina

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