Montag, 17. Februar 2014

[2/2] 7 Tage grün - Der Selbstversuch

Gestern gab's die Theorie, heute folgt die Praxis.
Denn um das Buch "7 Tage grün" nicht nur objektiv beurteilen zu können, habe ich mich eine Woche lang unter dessen Anleitung "grün" ernährt. Hierbei ist vielleicht zu erwähnen, dass sich "grün" weniger auf die Farbe bezieht, sondern mehr auf die Art der verwendeten Lebensmittel, nämlich rohes, unverarbeitetes Gemüse und Obst.


Gleich vorweg: Ich habe noch nie gefastet, mich näher mit Detox beschäftigt, mich längerfristig vegan ernährt oder bewusst roh gegessen. Blutiger Anfänger also. Warum ich mich dennoch dafür entschieden habe? Eine angeborene Portion Neugier und vorallem Interesse waren wohl ausschlaggebend.
Immer wieder, wenn ich über diese Themen stolperte, las ich von positiven, teilweise überaus begeisterten, Ergebnissen. Und auch das Buch an sich hält die Versprechungen nicht gerade flach: strahlendes und gesundes Aussehen, verschwundene Verdauungsprobleme, Ausgeglichenheit und Energie satt sind nur ein paar Beispiele der zu erwartenen Erfolge, wenn man die Smoothie- und Rohkostwoche durchzieht. Generell klingt das alles wirklich toll. Da ich aber zugegebenermaßen eher skeptisch war, wollte ich den Selbstversuch wagen. Und den Körper mal zu entgiften kann ja auch nicht schaden!



Los geht's.
Auf die Woche vorbereitend habe ich mich bereits die Tage im vorraus (bis auf eine Ausnahme) vegan ernährt und das nötige "Equipment" beschafft. Keine Sorge, ihr braucht nicht viel und müsst keinen großen Aufwand betreiben, das macht auch das Buch sehr deutlich. Das Wichtigste ist natürlich der Mixer. Das beste Ergebnis wird wohl ein Hochleistungsmixer erzielen, mein normaler Standmixer (immerhin mit Smoothie-Funktion) hat aber auch gereicht. Nur von der Verwendung eines Pürierstabes würde ich eher abraten, den obwohl ich ein tolles Teil habe, habe ich meine Zweifel, ob der die Smoothies tatsächlich geschafft hätte. Die zwei weiteren notwendigen Haupt-Anschaffung waren Salzbrocken für eine Sole und Kokosöl. Ersteres kommt in jedem Rezept vor und zweiteres in so gut wie jedem Suppenrezept.



Den Tagesablauf habe ich gestern schon erwähnt: Morgens und Abends gibt's grüne Smoothies. Morgens eher fruchtig gehalten, kommt am Abend eher die herzhaftere Suppenvariante ins Glas. Mittags landet Salat auf den Teller. Ich mag Smoothies, ich mag Salat - perfekt! Und in der Tat war ich von den meisten Rezepten sehr angetan. Nur mit den Suppensmoothies, die keinen oder nur einen sehr geringen Obstanteil enthalten, konnte ich mich nicht anfreunden. Ich wollte es wirklich und hab's versucht, aber ich habe ihn einfach nicht runter gekriegt. Das ist nun mal Geschmackssache und kreide ich dem Buch auch nicht negativ an. Ich habe bei diesen Rezepten die Zutaten dann einfach so, quasi als Salat gegessen und nicht gemixt. Das ist eigentlich nicht der Sinn dahinter und kam auch nicht oft vor. Aber wenn der Genuss ansonsten darunter leiden müsste, würde ich wohl recht schnell den Spaß an der Sache verlieren. 
Zum Glück habe ich das nicht, denn die Mehrzahl der Smoothies waren wirklich sehr gut. Bei den Salaten muss ich sogar sagen, dass alle Rezepte, die ich probierte, toll waren! Auch (für mich) ausgefallenere Kombinationen wie Avocado mit Banane, Mandarine, Limette, Koriander und Vanille fanden Gefallen! Die Portionsgrößen fallen teilweise unterschiedlich aus, überwiegend sind sie aber genau richtig, um gut gesättigt zu sein. Zwar kam auch "sehr satt" und "recht schnell wieder hungrig" vor, für letzteres haben mir dann ein paar Nüsse bis zur nächsten Mahlzeit geholfen



Hilfreich ist es auf jeden Fall sich einen Plan für die Woche anzulegen, wann ihr was trinken und essen wollt. Es wird einiges an Gemüse und Obst benötigt. Um nicht unnötig schlecht gewordene Lebensmittel wegzuwerfen, habe ich die Rezepte so über die Woche verteilt, dass alles aufgebraucht wurde. Ab und zu habe ich daher auch die ein oder andere Zutat getauscht (Brennesseln sind momentan schlecht aufzutreiben). Die Himalayassalzbrocken, sowie das Kokosöl sind lange haltbar und auch anders einsetzbar, so dass sich ein Einkauf auch extra für die Detox-Woche lohnt.

Und danach?
Mein Hautbild wurde in den ersten Tagen sogar ein wenig schlechter, meine Verdauung verbesserte sich nicht und merkbar fitter fühlte ich mich auch nicht. Das klingt nun aber negativer als es eigentlich gemeint ist, denn schlecht ging es mir in der Woche ebenfalls nicht. Auch wenn das besondere Aha-Erlebnis bei mir leider aus blieb, bin ich froh diese Woche eingelegt zu haben. Wer weiß, vielleicht waren meine Ansprüche und Erwartungen zu hoch? Vielleicht muss ich häufiger Detox- oder Fastenwochen einlegen? Jeder Körper reagiert nun mal anders. Hr. Moonstrucks Theorie ist ja, dass ich mich generell schon so gesund ernähre, dass mein Körper keinen allzu großen Unterschied feststellte. ;)
Die roh-vegane Ernährung ist mir nicht sehr schwer gefallen. Allerdings würde ich lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte noch leicht länger so weiter machen können. Denn auf die erste warme Mahlzeit, das erste Käsebrot, den ersten Joghurt, (...) freute ich mich schon sehr. Trotzdem schließe ich es nicht aus, nochmal eine Detox-Woche einzulegen.
Wie dem auch sei, ich war neugierig darauf und habe nun meine Erfahrung, die keineswegs negativ ist. Da noch einige gut klingende Rezepte nicht ausprobiert wurden, wird das Buch auch demnächst ein paar Mal zum Einsatz kommen. Denn das ist es so oder so: Ein tolles Buch, mit vielen Informationen und leckeren Rezepten, so dass man schon beim lesen Lust kriegt, sofort diese eine Woche zu beginnen!


Meine roh-vegane Woche wurde von DeliCoco mit der Bereitstellung des nativen Kokosöls unterstützt. (Den Kokosgeschmack in Smoothies finde ich übrigens klasse!) Solltet ihr nun auch so eine Woche einlegen oder einfach nur euren Kokosöl-Vorrat aufstocken wollen, bekommt ihr mit dem Code "Moonstruck" bei DeliCoco 10% Rabatt auf euren Einkaufswert.

Kommentare:

  1. Danke für dein ehrliches Fazit - hab es sehr interessiert gelesen :)
    LG
    Ela

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    1. Nichts zu danken, hab es sehr gerne gemacht. :)

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  2. Echt spannend dein Bericht. Ich war auch schon total gespannt auf dein Fazit.
    Ich versuche derzeit auf weißen Zucker zu verzichten - auch so ein Selbstexperiment! :)

    LG, Ni von JuNi

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    1. Und wie klappt's? Ich glaub, das Schwierige ist der versteckte Zucker in so vielen Produkten, bei denen man es erstmal gar nicht denkt, oder?

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  3. Das klingt sehr interessant. Ich glaube, ich wäre nicht stark genug dafür, bewundere aber jeden, der es ist.

    Wie willst du nun weiter machen?

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    1. Also eine Woche ist kein Problem, auf Dauer würde ich es aber derart auch nicht durchhalten.
      Was meinst du denn mit weiter machen? Ich esse momentan wieder ganz normal und werde aber vermutlich so "Detox-Bausteine" immer mal wieder in den Alltag integrieren.

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  4. Cool, dass du es die Woche durchgezogen hast. Ich sehe Detox immer mit einem lachenden Auge, denn unser Körper setzt keine Schlacke an, die wir wieder rauskriegen müssen. Ich weiß ja nicht, was andere Menschen so schlimmes zu sich nehmen, um dann "entgiften" zu müssen. Aber gesunde Rohkostwochen sind immer toll!

    LG
    Christina

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    1. Dass ich die Entgiftung auch wirklich gebraucht habe, denke ich sowieso nicht. Ich sehe das Ganze wirklich einfach als Versuch. Hätte es sich sehr positiv ausgewirkt, wäre das natürlich toll gewesen, aber so bin ich trotzdem auch damit zufrieden, es probiert zu haben. :)

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    2. Wenn es für dich positiv war, ist's doch klasse. :)

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  5. Sehr spannend dein Bericht :)) und bevor ich den Satz von Herrn Moonstruck las, habe ich genau das selbe gedacht :D witzig.
    Ich habe auch schob häufig von Detox gehört und wollte es fast mal ausprobieren als ich dann aber las..das besagtes Entschlacken schwachsinnig ist.. Und so gut wie dir hätten mir wohl die grünen Smoothies auch nicht geschemeckt :D aber schön das du den Selbsttest gemacht hast! Und ein paar Rezepte (Salate) davon würde ich gerne mal bei dir sehen ;-)
    Liebe Grüße, Katharina

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    1. Na dann wird er vielleicht gar nicht so falsch liegen. ;-)
      Nicht falsch verstehen: Die grünen Obst-Smoothies waren sehr, sehr lecker. Nur die herzhaften waren einfach nicht so mein Ding. ;-)

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  6. Hört sich echt toll an, ich bin auch immer wieder am Überlegen, sowas zu machen, habe aber "Angst", dass mir der Genuss dann zu sehr auf der Strecke bleibt, und deswegen vertrete ich die gleiche Philosophie wie Mr. Moonstruck: Ich ernähre mich sowieso sehr gesund, da braucht nichts entschlackt zu werden.
    Ach, aber doch, irgendwie wenigstens einige Tage ausprobieren müsste ich es auch mal. Bald... ;)

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    1. Den Genuss vermisst, habe ich nur das eine Mal und dann eben sofort entsprechend gehandelt. Sonst hätte ich die Woche auch nicht fertig gebracht, von daher kann ich dich da gut verstehen. :)

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  7. Ha, ich hab Mr. geschrieben. Ich meine natürlich Hr.

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  8. Vielen Dank, dass du uns daran teilhaben lässt, wie es war. Sehr interessant! Und Hut ab, dass du es durchgezgen hast! Ich liebe Smoothies, aber gar nichts warm ist hart. Liebe Grüße, Veronika

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    1. In der Tat. Deswegen wäre eine rein rohe Ernährung für mich auch nichts dauerhaftes.
      LG, Ramona

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  9. Vielen Dank für Deinen Erlebnisbericht. Ich habe vorher noch nie länger als ein paar Tage gefastet und Detox noch nie ausprobiert. Dein Bericht macht mich aber neugierig und ich glaube, ich werde mich jetzt ein wenig intensiver damit beschäftigen. :)
    Vielen Dank.

    Viele Grüße
    Sarah

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    1. Die Neugier war bei mir auch ausschlaggebend. Sie wurde gestillt. ;) Von daher kann ich eigentlich nur sagen: ausprobieren! Und wenn es nicht gefällt, hat man es ja auch selber in der Hand, es vorzeitig zu beenden. :)
      LG, Ramona

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  10. Danke für deinen Bericht, hab ich mit Intresse gelesen. Ich hab schon mal Heilfasten gemacht, unter Anleitung einer Bekannten, die das regelmässig zweimal im Jahr macht. Hat mir leider überhaupt nicht bekommen, die ersten 2 Tage hatte ich Hunger, die nächsten zwei Tage ging es mir wirklich sehr gut, danach kam ein Bruch und ich konnte nichts mehr bei mir behalten, noch nicht mal Wasser, Hat dann nochmal drei Tage gedauert bis ich wieder fit war. Seit dem möchte ich das Experiment nicht wiederholen. Die "grüne Woche" wäre ja vielleicht eine Alternative. Ich werde es mal für den Sommer im Hinterkopf behalten. Auch wenn ich Detox-Kuren und ähnliches für Unnütz halte, denn wir speichern keine Giftstoffe. Aber es schaded einem sicher nicht sich eine Woche bewußt roh und reich an bioaktiven Pflanzenstoffen zu ernähren. Man kann es ja als Anfang sehen, dies öfter mal in den Alltag einzubauen. Nur das Kokosfett stört mich, da dieses Fett einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren hat. Wird das im Buch erklärt?
    Liebe Grüße
    bajka

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    1. Hey Bajka, ohje, deine Heilfasten-Erfahrung klingt wirklich nicht schön. Da kann ich dich verstehen, dass du um sowas erstmal einen Bogen machst.
      Deinen Gedanken zum Kokosöl hatte ich anfangs auch. Im Buch wird es so erläutert, dass Kokosnüsse reich an Mineralstoffen und Spurenelemente sind und sich in der Zusammensetzung dem menschlichen Blutplasma ähneln. Das Fett besteht zu knapp 50% aus Laurinsäure, welche einen guten Schutz gegen Parasiten bildet (und wohl auch in der Muttermilch enthalten ist). Ich hoffe, das beantwortet deine Frage genug. :)
      LG, Ramona

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