Donnerstag, 8. August 2013

Getestet | Stevia im Test

Stevia schlug vor einiger Zeit ein wie eine Bombe und war auf einmal in aller Munde. Der gesunde Zuckerersatz schlechthin, sollte es sein. Doch was ist Stevia eigentlich genau?

Der Begriff „Stevia“ bezeichnet zweierlei. Umgangssprachlich ist Stevia die Kurzform für den lateinischen Artnamen Stevia rebaudiana, hinter dem sich eine Pflanze verbirgt, die in ihrer südamerikanischen Heimat als Süßkraut oder Honigblatt bezeichnet wird. Zum anderen steht das Wort für den Stevia Süßstoff, der in Form der sogenannten Steviolgykoside aus eben dieser Pflanze gewonnen wird. Quelle

Und was ist das Besondere an Stevia?

Die Stevia Süßkraft übertrifft die des Zuckers kalorienfrei um das 300- bis 450-fache. Stevia schadet den Zähnen nicht, sondern hilft vielmehr, die gefährliche Plaquebildung im Mund zu verhindern. Stevia Zubereitungen halten außerdem den Blutzuckerspiegel konstant und wirken sich neueren Untersuchungen zufolge sogar positiv auf den Blutdruck aus. Stevia präsentiert sich damit als der ideale Süßstoff für eine ganze Reihe von Stoffwechselstörungen. Diabetiker und übergewichtige Menschen können sich mit Stevia ebenso gesund und natürlich das Leben versüßen wie Allergiker, Asthmatiker oder herzkranke Menschen. Und natürlich kommt Stevia auch all jenen zugute, die einfach nur Wert auf die schlanke Linie oder auf eine vollwertige Ernährung legen, die ohne künstliche Aromen und Zusatzstoffe auskommt. Quelle

Kurz gesagt: Stevia ist ein kalorienfreier, natürlicher Zuckerersatz. Klingt doch eigentlich ganz gut, oder? Vom Shop Steviakaufen.com bekam ich zwei Produkte zum testen zur Verfügung gestellt. Obwohl ich vermutlich nicht selber dort bestellt hätte, hat die Neugier doch gesiegt. Ich entschied mich also für das Pulver und die  Haselnuss Schokolade mit Stevia.


Belgische Haselnuss-Vollmilchschokolade
(85g / 3,45€)

Ich muss vorweg sagen: Ich bin kein Schokoladenkenner, was einfach daran liegt, dass ich kaum bis gar keine Schokolade esse. Trotzdem war ich einfach neugierig, was diese Schokolade zu bieten hat. Zudem habe ich bereits einmal eine zuckerfreie (u.a. mit Stevia gesüßte und zudem vegane) Schokolade probiert und fand es intressant hier einen Vergleich zu ziehen. Kennt ihr die Schokolademotive aus den ganz einfach Adventskalendern? So schmeckte die vegane, zuckerfreie Schokolade und wurde somit auch von T. abgesegnet. 
Nach dem ersten Stück dieser Schokolade hier war ich aber erst etwas unsicher, was ich davon halten sollte. Denn sie schmeckt ganz anders. Anders als die vegane, aber auch anders als 'normale' Schokolade. Natürlich lies ich auch T. probieren, der ziemlich schnell das Gesicht (und zwar nicht positiv) verzog. 
Ich finde es schwer den Geschmack zu beschreiben. Man schmeckt hier mehr den Unterschied zwischen Kakao und einer fertigen Tafel Schokolade. Außerdem ist sie nicht ansatzweise so süß (was mir widerum eher zusagt). Im Gesamten finde ich die Schokolade nicht schlecht, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig. Als Alternative ist sie also nicht übel, wird vermutlich aber bei Schoko-Fans eher weniger punkten können.



Steviosid Stevia Pulver
(25g / 10,95€)

Stevia in Tabform besitze ich bereits und verwende es für den (äußerst selten eintretenden) Fall, dass ich mal Kaffee trinke. Da man die Tabs aber kaum für etwas anderes, als sie in Flüssigkeiten zu geben, verwenden kann, war ich auf das Pulver gespannt. Zum Thema Backen mit Stevia hatte ich mich bereits ein wenig informiert und hier schieden sich die Meinungen. Allerdings habe ich mehr negative Ergebnisse gefunden. Trotzdem wollte ich es selber ausprobieren und entschied mich dafür, das Stevia in einen Quark-Öl-Teig für Apfel-Nektarinen-Tartes zu verwenden (Rezept folgt).


Die Dosierung ist schwieriger als mit Zucker, ich nahm einen halben Teelöffel voll. Außerdem hatte ich ein wenig Teig übrig und backte daraus kleine Schälchen, die man z.B. zum servieren von Eis verwenden kann. Ich probierte den Teig dadurch also auch pur gebacken, ohne Belag. Und das schmeckte weder T. noch mir wirklich gut. Der erste Moment, wenn man Stevia auf die Zunge bekommt, ist eigentlich durchaus positiv, da es einfach süß ist. Aber leider hinterlässt es einen zu lang anhaltenden, unangenehmen Nachgeschmack, der mir einfach nicht gefällt. Die Tartes im Gegenzug schmeckten gut, ohne dass das Stevia negativ auffiel. 

Solltet ihr euren Zuckerkonsum reduzieren wollen oder müssen und ebenso auf künstliche Süßstoffe verzichten wollen: Probiert es einfach aus. Stevia ist wirklich Geschmackssache (ich kenne auch Jemanden, der es richtig gerne mag). Ich werde noch ein bisschen damit rumprobieren, zu meinen Favoriten in der Küche wird es allerdings nicht aufsteigen.


***
Die Produkte wurden mir von steviakaufen.com unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon aber unberührt.


Kommentare:

  1. Das ist ein interessanter Bericht.
    Die Stevia Tabs in Kaffee kann ich mir nicht so recht vorstellen. Da hört man immer aus allen Ecken, dass das den Geschmack vom Kaffee negativ verändern soll. Aber probiert habe ich es noch nicht.
    Von Nevella gibt es auch so ein Stevia Pulver, wobei da zur vereinfachten Dosierung noch ein geschmacksneutraler Füllstoff dabei, so dass ein Teelöffel der Süße eines Teelöffel Zuckers entsprechen soll. Da fällt die Dosierung dann wohl leichter.

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    1. Da ich kein großer Kaffeetrinker bin, weil's mir einfach nicht immer schmeckt, kann ich nicht beurteilen, ob der Geschmack negativ beeinflusst wird. Ich finde Kaffee mit Stevia zumindest nicht schlecht.
      Nevella habe ich auch schon gesehen. Daran gefällt mir allerdings eben der Füllstoff nicht, da das dann ja wieder kein "reines" Produkt ist. Auch wenn es die Dosierung natürlich erheblich erleichtert. Ich denke aber auch, dass man, wenn man öfters mit Stevia arbeitet, den Dreh bzgl. der richtigen Dosierung auch raus kriegt.

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  2. Danke für die Infos und dein Backtest. Ich hatte damals auch gleich diese Wundermittel probiert, allerdings nur in Tee und Kaffee. Ich muss auch sagen mir schmeckts nicht, besonders nicht in meinem Kaffee. Den komischen nachgeschmack erinnert mich an Fenchel oder Lakritz und das passt nicht wirklich zu Kaffee mit Milch ;) Mittlerweile trinke ich mein Kaffee und Tee ohne Zucker o.ä. und die Steviapäckchen hab ich bei uns in der Firmen Teeküche "entsorgt". Viele Grüße, Emma

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    1. Lakritz geben sehr viele an, wenn sie Stevia versuchen zu beschreiben. Komisch ist: Ich mag Lakritz so gar nicht, hätte Stevia aber trotzdem nicht damit assoziiert. So unterschiedlich sind die Geschmäcker halt. ;) Schöne Grüße!

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  3. Ich habe Stevia in einer Limonade versucht und muss auch sagen, dass es nicht mein Ding ist. Ein ganz seltsamer Geschmack im Abgang (jetzt klinge ich auch noch wie ein Weinverkoster ;-) )

    Meine beste Freundin süßt ihren Kaffee so und hat gemeint, dass man sich mit der Zeit daran gewöhnt.

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    1. Wie gesagt, ich verwende es auch für den seltenen Fall, dass ich mal Kaffee trinke. Ich nehme dann aber wirklich nur wenig, von daher kann ich nicht sagen, ob es den Geschmack wirklich groß beeinflusst. Aber das man sich mit der Zeit dran gewöhnt, kann ich mir schon vorstellen...

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