Samstag, 17. August 2013

Brezen


Habt ihr es schon gesehen? Bei JuNi-Lifestyle gibt es momentan eine schwäbische Themenwoche. Mit lauter tollen Gastbloggern. Da heute bereits der 6. und somit vorletzte Tag dieser Woche ist, gab es schon allerhand Leckerein: Am Montag gab es bei Marie Kässpatzen, am Dienstag machte Sarah eine bayrisch Creme, am Mittwoch hat Nina Maultaschen selbst gemacht, Carina versüßte uns die Woche mit Zwetschgendatschi am Donnerstag und gestern gab es bei Johanna einen Träubleskuchen. Morgen gibt es dann das große Finale von Julia und Nicole. Und heute bin ich dran. Mein erster Gedanke als ich das Thema las: Brezen! Wollte ich eh schon länger mal machen. Und jetzt ärgere ich mich fast, dass ich so lange gewartet habe. Diese Brezen stehen denen vom Bäcker nämlich in nichts nach. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, sie seien noch ein bisschen besser! Und wenn man größere Mengen benötigt, sind sie sogar deutlich günstiger.
Die Mengenangaben des Rezeptes habe ich aus dem Buch "Backschätze" von GU. Bei der Zubereitung allerdings hat meine bessere Hälfte (seines Zeichens Bäckermeister) recht schnell eingegriffen. Ihm habe ich auch das hübsche Aussehen der Brezen zu verdanken!



Zutaten für 10 Stück
500g Mehl Type 550
21g Hefe (halber Würfel)
275ml lauwarmes Wasser
2Tl Salz
1Tl Zucker
25g weiche Butter
grobes Salz
1l verdünnte Bäckerlauge (*)

(*) Ich hatte das Glück, dass T. richtige Bäckerlauge mitbringen konnte. Wer diese nicht hat, kann sich aber auch einfach selber eine Natronlauge herstellen. Dazu 1 Liter Wasser zum kochen bringen und 20g Natron einrühren.


Zubereitung
Das Mehl in eine Schüssel sieben, in der Mitte eine Mulde bilden und die Hefe hineinbröckeln. 100ml lauwarmes Wasser und den Zucker dazugießen. Mit einer Gabel etwas Mehl von den Rändern hineinrühren. Abgedeckt 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
Weitere 175ml lauwarmes Wasser, sowie Salz und Butter dazugeben. Erst mit Knethaken und dann mit den Händen gründlich zu einem glatten Teig kneten. Zehn Portionen abstechen (ca. 82g pro Teigstück) und zu Kugeln formen. Erneut abgedeckt 15 Minuten gehen lassen. 
Dann jede Kugel zunächst zu einem ca. 20cm langen Strang rollen. Bei dem ersten Strang beginnend nun jeden Strang wieder mit den Händen unter Druck auf eine Länge von ca. 60cm ausrollen. Auf ein Blech ein sauberes Geschirrtuch legen, dieses leicht bemehlen. Jeden Strang zu einer Breze schlingen und auf das Tuch legen. Das Blech für weitere 15 Minuten in den Kühlschrank stellen. So werden die Brezen etwas fester und lassen sich leichter für das Laugenbad verwenden. 
Brezen herausnehmen und nacheinander mit einer Schaumkelle in die Lauge tauchen (bzw. in das kochende Natronwasser). Auf zwei Backbleche verteilen, mit grobem Salz bestreuen und den Bauch einschneiden. Das Einschneiden könnt ihr auch weglassen. T. hat mir erklärt, dass das je nach Region unterschiedlich ist und sie in Schwaben schon eingeschnitten werden. Ich habe beides gemacht. Da die nicht eingeschnittenen allerdings nicht schön aufreißen wollten, waren die mit Schnitt hübscher anzusehen. 
Die Bleche mit etwas Abstand in den vorgeheizten Ofen bei 200°C Umluft schieben. Insgesamt 20-25 Minuten backen, nach 10 Minuten die Bleche tauschen. Bei der Backdauer seid ihr ganz auf euren Geschmack angewiesen: Wollt ihr knusprige Brezen lasst ihr sie natürlich etwas länger drin, als wenn ihr eher zu weichen Breze greifen wollt. Herausnehmen, den Duft genießen (was gibt es besseres?!), auskühlen lassen und verschlingen mit Genuss verspeisen.


Kommentare:

  1. Die sehen ja richtig lecker aus! Gehöre auch zu den Leuten, die ihre Brezel beim Bäcker holen. Werde mich aber man ranwagen. Danke für das Rezept!

    Liebe Grüße
    Elena

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    1. Das heißt ja nicht, das Bäcker-Brezen schlecht sind, aber selber machen lohnt sich zumindest auf jeden Fall. :)
      Schöne Grüße,
      Ramona

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  2. Boah, im Ernst? Deine sehen besser aus als die von den meisten Bäckern... Hammer!! Großen Respekt!
    LG
    Ela

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    1. Danke dir, ich gebe das Kompliment auch weiter. :)
      LG

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  3. Ja, jetzt werde ich mich auch mal ranwagen. Brezellauge gibts bei der Fa. Häussler in Heiligkreuztal für jeden zum Bestellen oder auch kaufen. Die haben jede Menge Backzutaten und auch die entsprechenden Öfen. Die Firma ist für jeden "Bäcker" ein Eldorado.

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    1. Na, wenn du da sogar schon Bezugsquellen hast: Los geht's, würd' ich sagen :)

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  4. Wow, selbstgemachte Brezen und dann noch solche Prachtstücke, da würde ich jede gekaufte Breze liegen lassen :-)
    Ich hab auch schon länger mit dem Gedanken gespielt, das mal auszuprobieren und jetzt habe ich dank dir ein passendes Rezept! Vielen Dank! Ich nimm es jetzt gleich auf meine Nachback-Liste auf :-)
    Lieben Gruß,
    Carina

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    1. Das freut mich. Ich hoffe, sie schmecken dir dann genauso gut wie uns! :-)
      Alles Liebe.

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  5. *Staun*
    Die sehen ja soo lecker aus!
    Und mit Natronwasser sehen die annähernd so toll aus?
    Ich frag mich was für nen großen Kühlschrank du hast. Ich glaube nicht, dass bei mir ein Backblech rein passt.
    Aber wenn die so lecker aussehen dann will ich das auch mal machen.
    Liebe Grüße, Nina

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    1. Hey Nina. Ich hab so einen freistehenden Kühlschrank. Wenn's dich intressiert, kannst du in meinen Post "Hinter den Kulissen" gucken, da ist ein Foto von ihm ;-)
      Mit Natronwasser habe ich es noch nicht versucht, aber angeblich soll es genauso funktionieren.
      LG

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  6. Liebe Ramona,
    die Brezeln sehen toll aus! Ich steh total auf Brezeln, aber hier in Ulm hab ich noch keine so tollen gefunden. Ich mag am liebsten die aus dem Ort meiner Eltern, die sind nämlich unten schön weich und die oberen Schlingen sind schön knusprig. Ich glaub ich versuch das auch mal selber zu machen, aber ich glaub ja, das ist gar nicht so einfach, da den richtigen "Dreh" rauszufinden. Deshalb nochmal Gut ab vor deinen hübschen Stückchen!
    Liebe Grüße
    Ilka

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    1. Hallo Ilka,
      danke dir. Ja, Brezen sind schon was tolles. Na, dann führst du sie jetzt einfach in Ulm ein. ;)
      Das stimmt, die Schlingtechnik, die mein Freund drauf hat, beherrsche ich (noch?) nicht, aber man kann's ja auch vorsichtig so formen, wie man's haben möchte. :)
      Liebe Grüße,
      Ramona

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  7. Ui, meine ersten sahen deutlich ... ähhh ... anders aus :)

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  8. Es geht nichts über eine frische Breze mit Butter.
    Die Brezen sind Dir wirklich schön gelungen!

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  9. Sehr schöne Brezeln! Ich hatte heute Morgen auch eigene Laugenbrötchen :)

    Dass man aus Natron richtige Natronlauge herstellen kann, ist ein Irrglaube. Es gibt ganze Paper darüber, wie man diese "Pseudo-Natronlauge" carbonatfrei bekommt. Und Carbonat ist nunmal auch dem Geschmack zuträglich.
    Optisch kann man das schon ähnlich hin bekommen, aber der Geschmack bleibt deutlich verschieden.
    Natriumhydroxid kann man aber auch beim Bäckerbedarf bestellen ;)

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    1. Noch leichter: Jede Apotheke sollte einem das bestellen. Am besten sagen wofür man es braucht. Nur sollte man in der Handhabung extrem vorsichtig sein (auf keinen Fall das Wasser aufkochen) und darauf achten, dass man Lebensmittelqualität bekommt.
      Frl. Moonstruck, könntest du nicht mal einen Geschmacksvergleich veröffentlichen, wenn du jetzt schon die Lauge hast. Mich würde das nämlich echt mal interessieren, wie sich die beiden Gebäcke dann von einander unterscheiden.

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    2. Ich hab auch beide, da ich Natriumhydrogencarbonat zum Abpuffern von passierten Tomaten verwende. Und ich finde es deutlich salziger, mehr nach Sprudelwasser schmeckend. Aber eigentlich ist der Unterschied so schwierig zu beschreiben wie zwischen Natriumchlorid und Kaliumchlorid.
      Irgendwie "zieht" es auch mehr an der Zunge find ich.
      NaOH schmeckt reiner, weniger salzig...

      Bei NaOH hab ich schon oft gehört, dass die Leute aus der Apotheke rausgeschickt wurden. Aus Angst, die Leute bringen sich mit dem Zeug selber um oder bauen Bomben.

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  10. Wow Wow Wow, die sehen aus wie gemalt. Ich kann den frischen Duft der Brezn schon durch den Bildschirm riechen. Super!

    Alles Liebe
    Sarah

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  11. Brezen stehen auch schon länger auf meiner ToDo Liste. Allerdings hatte ich immer zu großen Respekt vor der Lauge und dass es mit Natron nichts wird. Jetzt habe ich aber doch Lust bekommen, selbst welche zu backen. Danke für den Anstubser ;-)

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  12. Wow, die sehen ja toll aus!
    Die werden bei der nächsten Gelegenheit nachgebacken!!!
    Liebe Grüße
    Johanna

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  13. Das sind also die legendären Brezen?! Rezept wird gleich mal abespeichert ;)

    Glg Lisa von Blogschokolade & Butterpost

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  14. Klasse. Die gefallen mir. Viele Grüße

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