Dienstag, 19. März 2013

{In eigener Sache} Love your food...

In der Tat, das Thema Lebensmittelverschwendung ist nichts Neues, aber meiner Meinung nach wichtig genug, um nocheinmal darüber zu schreiben. 
Den Film Taste the waste kennen bestimmt schon einige von euch. Darin wird das Augenmerk vor allem auf die, auch überregionale, Verschwendung von Lebensmittelkonzernen wie Supermärkten gelegt. Allerdings ist es einfach den Film anzuschauen, über die Mengen der weggeworfenen Nahrungsmittel erstaunt oder sogar erschrocken zu sein, aber im nächsten Moment selber etwas in die Tonne zu werfen, weil "das ja nicht viel" ist. Habt ihr euch die Zahlen bzgl. der darüber geführten Statistiken schon mal angeschaut? Bundesweit fallen jährlich knapp elf Millionen Tonnen Abfall an. Und davon sind sage und schreibe etwa 60% von Privathaushalten. Das macht im Durchschnitt 82kg pro Einwohner - jährlich! Genau darüber entsteht gerade ein neues Projekt: We love food. Inspiriert von Taste the waste, wollen die vier Damen das Thema Lebensmittelverschwendung erneut aufgreifen, allerdings auf einer persönlicheren, regionaleren Ebene. 
Mir begegnet das in meinem Umfeld leider auch noch zu oft: Das Obst/Gemüse hat eine kleine Druckstelle? Weg damit. Ach, darauf habe ich jetzt eigentlich keine Lust mehr. Weg damit, war ja nicht teuer. Oh, das hatte ich ja ganz vergessen, naja, jetzt ist es schlecht. Weg damit. Muss das denn sein? Nein, und glücklicherweise gibt es doch einige Menschen, die das genau so sehen. So entstand zum Beispiel Foodsharing, ein Netzwerk, das es ermöglicht Nahrungsmittel, die man nicht mehr benötigt zu tauschen. Und bei wastecooking enstehen die tollsten Gerichte nur aus Lebensmitteln, die als 'Müll' eingestuft wurden. Oder auch Zu gut für die Tonne und Reste essen beschäftigen sich damit und haben u.a. Rezeptsammlungen zusammengestellt, die speziell auf die Verwertung übriger Lebensmittel abgestimmt sind. Und genau da möchte ich anknüpfen. Denn ich denke, das macht einen Großteil der weggeworfenen Nahrungsmittel aus: Reste. Übrig gebliebene, bereits zubereitete Speisen oder -bestandteile, halb leere Packungen, für die man keine Verwendung mehr findet oder schlicht zu viel gekaufte Waren. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Verbraucher einfach zu faul bequem sind, sich damit zu beschäftigen, wie man eben jene Zutaten noch verwerten könnte. Bei mir ist das so: Wenn ich weiß, für ein Gericht brauche ich nur (z.B.) die halbe Zucchini, dann überlege ich mir auch gleich, was ich aus der übrigen Hälfte machen kann und stimme darauf meinen Speiseplan ab. Da das bei mir schon mehr oder weniger automatisch passiert, finden sich in meinem Blog-Rezeptearchiv schon einige Gerichte, die genau mit diesem Hintergrund entstanden sind. Und manchmal sind sie sogar so gut, dass ich sie immer wieder koche, auch ohne, dass dafür etwas übrig bleiben musste. ;-) 
Ich habe mal eine kleine Liste erstellt, mit eben jenen Gerichten. Ich hoffe, das ist was für euch.

Was mache ich mit übrigem ...

... Obst?
Crumble hier lassen sich wunderbar jegliche Obstsorten verstecken
Eis funktioniert auch gut mit anderem, gefrorenem Obst 
Smoothies jegliches Obst, und manchmal auch Gemüse, lässt hier ganz einfach unterbringen

... Gemüse?
Ofengemüse nehmt einfach das Gemüse, das ihr gerade da habt
Wok-/Pfannengerichte: mit Reis #1Reis #2 oder Nudeln, hier variiere ich meistens mit den Gemüsesorten, je nach Verfügbarkeit
Gemüsequiche auch hier habe ich fast jedes Mal eine andere Gemüse-Kombination
Omelette oder Rührei mit Gemüseresten
  
... Kartoffeln, Nudeln und anderen Beilagen? 
Tortilla nicht nur Kartoffelreste, sondern auch anderes Gemüse kann man miteinbringen
TexMex-Pfanne Kartoffeln vom Vortag machen sich hier nochmal richtig gut
Eiernudeln und hier finden übrige Nudeln eine neue Bestimmung
Gebratener Reis für dieses Gericht soll der Reis sogar vom Vortag sein
Nudelsoße Reste von Sojaschnetzel, -granulat und Linsen kamen hier mit rein
Kartoffelsalat kann auch aus übrig gebliebenen Kartoffeln gemacht werden
Knödelgröstl  Semmel- und Kartoffelknödel in neuem Gewand



Meine Lieben, ich möchte natürlich auch gerne wieder eure Meinug zu diesem Thema wissen. Was macht ihr um Lebensmittel nicht wegwerfen zu müssen? Habt ihr besonders leckere Resteessen? Erzählt's mir! :-)

Kommentare:

  1. Ich find's wirklich gut, dass du noch einmal darauf hinweist! Es wird wirklich viel zu viel weggeworfen, was noch essbar wäre. Ich will mich da nicht mal ausnehmen, passiert mir auch mal.

    Ich versuche das von vornherein zu vermeiden, indem ich genaue Wochenpläne erstelle und danach einkaufe. Sonst mache ich es wie du und verwerte alles in Gemüse-Nudel-Aufläufen, Wraps/Enchiladas, Strudel oder Quiches. Wenn sich das Gemüse anbieten (z.B. Zucchini oder Tomaten) mache ich auch mal eine herzhafte Clafoutis. Kartoffeln werden gern zur Kartoffelpfanne mit gemischtem Gemüse und Pilzen (mit etwas Creme fraiche und geschmolzenem Mozzarella). Wurzelgemüse friere ich oft ein und werfe es dann in (Linsen-)Bolognese. Mit übrigem Obst backe ich Muffins, die ich dann ebenfalls einfriere und nach "Bedarf" auftaue. ;-)

    Wenn mir nichts einfällt, google ich auch mal nach den Zutaten und lasse mich bei den Bildern inspirieren. Andere Blogs - wie deiner! - sind auch immer eine gute Rezeptquelle.

    Liebe Grüße
    Charlotte

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  2. Liebe Charlotte,
    vielen Dank für deinen tollen Kommentar. Und weißt du was? Ich erstelle auch Wochenpläne! Da bin ich aber froh, das von dir auch zu hören, in meinem Umfeld wurde das nämlich irgendwie nicht so gut aufgenommen. Einfrieren tu ich auch viel. Das eignet sich dann oft perfekt für ein Mittagessen in der Arbeit.
    Danke, für deine super Ideen! :-)
    Liebe Grüße, Ramona

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    1. Echt? Was ist denn an Wochenplänen falsch? Versteh ich nicht. Dann muss man sich abends nach der Arbeit/Uni auch keine Gedanken mehr machen, was man nun kochen soll. ;-)

      Was mir noch eingefallen ist: Kartoffelpüree kann man auch toll mit weiterem Gemüse verfeinern, z.B. Karotten oder Brokkoli. Einfach mit kochen und stampfen. Kresse passt auch gut. Die muss man allerdings nicht mitkochen, sondern wirft die einfach danach mit rein.

      Liebe Grüße
      Charlotte

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    2. Ach, naja, Sachen wie "spießig", "fehlende Spontanität" und so. Aber ich kann alles widerlegen und find's für mich nach wie vor gut ;-)
      Ja stimmt, hier gab's auch schon mal Kartoffel-Rosenkohl-Stampf. Sehr lecker!

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  3. Ein super wichtiges Thema, dass Du da ansprichst, Ramona! Ich finde es auch immer wieder traurig, wie viel weggeworfen wird. Deshalb planen wir zu Hause auch immer unsere Einkäufe für eine Woche, wenn das spießig sein sollte, ok, den Schuh zieh ich mir gerne an ;) Allerdings würde ich sagen, dass so ein Wocheneinkaufszettel sogar viel mehr abwechslung auf den Tisch bringt, denn man beschäftigt sich mit seinem Essen, überlegt was man letzte Woche auf dem Tisch stehen hatte und kann dann schön variieren. Außerdem friere ich viele Gemüsereste ein und koche dann, wenn sich genügend angesammelt hat, Gemüsebrühe.
    Viele Grüße!
    Julia

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    1. Ist ja toll, lauter Wochenplaner :) Das sehe ich genauso wie du, Julia. Seit ich Wochenpläne schreibe, essen wir hier wesentlich gesünder, abwechslungsreicher und leckerer. Weil man sich einfach mehr mit seiner Ernährung beschäftigt, was vorher bei uns irgendwie auf der Strecke geblieben ist. Und die Einkäufe sind auch wesentlich stressfreier, kein planloses rumstehen im Supermarkt ;)
      Die Idee mit der Gemüsebrühe werd' ich mir auf jeden Fall mal merken. Super Tip, danke!
      Sonnige Grüße (ja, sie scheint tatsächlich ein wenig ;) ),
      Ramona

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  4. So nun habe ich den Beitrag auch mal gelesen :D Und ich finde ich ganz furchtbar fein <3 Ich selber bin kein Planer, aber bei mir landet auch selten einmal was im Müll, sehr selten sogar... ich kaufe sehr bewusst wenig und nur Dinge die ich richtig lecker finde... und es gibt für jeden Rest ein passendes Gericht... bleibt beim Backen das Eiweiß übrig gibts eben Eiweißomelett mit Gemüse oder ist ein Käse im Kühlschrank kurz vor seinem Lebensende gibt es ebend Brotzeit... ich esse schlicht das was da ist und so landet nichts im Müll :D ausser das ein oder andere Stück Obst das man Freitag kauft und Samstag Abend winkt einem der Schimmel zu wenn man in die Küche geht -.-

    Aber freut mich, dass es so viele gibt, die nicht in einer Wegwerfgesellschaft leben :D

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    1. Ach, es ist echt sooo schön, so viele liebe Reaktionen auf den Beitrag zu erhalten und zu wissen, dass es doch auch wirklich einige Menschen gibt, die sich noch mehr Gedanken darüber machen <3

      Danke!

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    2. Ein sehr schöner Beitrag. :-)
      Ich habe zur Zeit eine kleine "Aktion" auf meinem Blog, ich wiege und notiere alle Lebensmittel die in unserem Haushalt weggeworfen werden. Ich versuche sowieso achtsam mit Lebensmitteln umzugehen und versuche das auch meinen Kindern zu vermitteln, aber auf diese Weise fokussiere ich das Thema noch einmal etwas stärker.
      Ich hoffe es ist Dir recht, ich habe zu Deinem Beitrag verlinkt. Liebe Grüße - Rubin

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  5. Man kann wirklich nicht oft genug darüber sprechen und sich selbst immer wieder bewusst machen, was man selbst gegen diesen Wahnsinn tun kann. Auch ich habe einige Tipps dazu zusammengestellt: http://vivaculinaria.wordpress.com/2012/03/15/67-millionen-tonnen-sind-zuviel/

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