Freitag, 15. Februar 2013

Sushi-Mania oder der lange Weg zum Glück



Es ist soweit. ENDLICH! Endlich habe ich es geschafft, Sushi selber zu machen. Ihr denkt jetzt vielleicht, das sei ja soweit nichts besonderes. Tjaha, wenn ihr wüsstet, wie lange ich das schon vor habe.... Das erste Mal scheiterte die Angelegenheit daran, dass ich schlichtweg gedacht habe, es sei furchtbar kompliziert und aufwendig. Pustekuchen! Hätte ich mich damals nur mal ein bisschen besser informiert. Nunja, also wurde der Gedanke verschoben und irgendwann vergessen. Dann, als er aber wieder aufkeimte, wurde ich von den Preisen der Zutaten (damals noch Schüler, nur mit etwas Taschengeld ausgerüstet) in der Supermarkt-Feinkostabteilung abgeschreckt. Warum online bestellen damals nicht in Frage kam, weiß ich schon gar nicht mehr. Und einen Asia-Laden oder ähnliches gab es nicht in der Nähe. So wurde das Vorhaben erneut auf Eis gelegt. Und wieder vergessen. Für laaange Zeit. Schließlich bin ich umgezogen und brauchte mindestens ein halbes Jahr bis ich den Asia-Markt, an dem wir jedes Mal vorbei fuhren wenn wir in die benachbarte Großstadt wollten, überhaupt bemerkte. Als ich dann das erste Mal drin war, hatte ich ein ganz anderes Rezept im Kopf, für das ich einkaufte und schaute nicht einmal nach Sushi-Zutaten. Aber dann... ja, dann war es soweit, vor ein paar Wochen hat es irgendwo in meinem Kopf endlich KLICK gemacht und es wurde erfolgreich die Verknüpfung Asiamarkt - Sushi hergestellt. Und so kam es, dass ich kurz darauf im Laden stand und für nicht mal 10Euro alles bekam, was mein Herz begehrte (in dem Preis waren sogar noch zwei Gewürze dabei, die nicht für's Sushi gedacht waren). Was bin ich froh, es endlich auf die Reihe gekriegt zu haben. Und das Beste: Ich hab noch genug Zutaten übrig, um ganz bald wieder loszurollen. :-D


Meine Füllungen waren marinierter Tofu & Karotte-Lauch als Hoso Maki (=dünne Rolle) und Frischkäse-Gurke als Ura Maki (= von innen gerollt, auch "Inside-Out" oder "California Rolls" genannt).


Zutaten bei mir für 8 Hoso Maki & 2 Ura Maki
400g Sushi-Reis
3El Reisessig
1El Zucker
1 gestr. Tl Salz

5 Noriblätter
Sesam, geröstet

400g Naturtofu
2El Sojasoße
1El Sesamöl
1kl. Knoblauchzehe, gepresst
1kl. Stück Ingwer, geriebe
1El Zitronensaft
1El Wasser
1Tl Stärke
1/3Tl Zucker
Chiliflocken
(vom Tofu hatte ich am Ende noch etwas übrig, hat aber auch pur ganz wunderbar geschmeckt)

1 Karotte 
1 dünne Stange Lauch 
1 Stück Gurke
etwas Frischkäse (Philadelphia lässt sich gut verstreichen)

Soßen: z.B. Sojasoße, Sambal Olek, Sweet-Chili-Soße 
außerdem: Bambusmatte, Holzlöffel, sehr scharfes Messer, Schüssel mit Wasser

Zubereitung
Sushireis
Den Reis solange mit kaltem Wasser waschen, bis das Wasser klar bleibt. Dann in einen Topf geben und soviel Wasser zugeben, dass er ungefähr 1cm bedeckt ist. Auf den Ofen stellen und aufkochen lassen. Sobald das Wasser kocht, die Temperatur auf die kleinstmögliche Hitzezufuhr zurücknehmen und 15 Minuten köcheln lassen. Ihr braucht den Deckel nicht öffnen oder umrühren! Anschließend vom Herd nehmen und nochmal zugedeckt 5 Minuten quellen lassen. Währendessen könnt ihr schon die Sushiwürzung herstellen, indem ihr Reisessig, Zucker und Salz vermischt. Der Reis wird nun in eine Schüssel umgefüllt, dann gebt ihr die Würzmischung dazu und hebt sie locker mit dem Holzlöffel unter. Nicht kräftig rühren, sondern den Reis eher 'wenden'. Anschließend abkühlen lassen.

Füllung
Den Tofu bereitet ihr am besten schon am Vortag vor. Dafür schneidet ihr ihn in 5 längliche Scheiben und verrührt die Zutaten für die Marinade gründlich. Den Tofu in eine Schüssel oder Plastikdose geben und mit der Marinade übergießen. Über Nacht in den Kühlschrank stellen. Die Tofustreifen mind. 1x (besser 2-3x) wenden, damit die Marinade gleichmäßig aufgenommen werden kann. Vor dem einrollen erhitzt ihr dann etwas Sesamöl in einer Pfanne und bratet die Tofuscheiben beidseitig an. Ich habe währendessen immer etwas von der Marinade darüber geträufelt. Tofu herausnehmen und etwas schmaler schneiden, da sie sonst zu dick sind, zum aufrollen.
Den Lauch und die Karotte in längliche, nicht zu dicke, Streifen schneiden und in die noch heiße Pfanne geben, etwas Wasser zufügen und einen Deckel auflegen, um das Gemüse zu dünsten. Optional könnt ihr etwas Wokgewürz dazu geben. Der Lauch ist schneller gar und sollte vor den Karotten wieder herausgenommen werden. Auch die Karotten müssen nicht richtig weich, sondern nur nicht mehr ganz so knackig sein.
Die Gurke halbieren, die Kerne entfernen und ebenfalls in Streifen schneiden. Den Frischkäse am besten auch schon aus dem Kühlschrank nehmen, dann lässt er sich noch besser verstreichen.

Das Rollen
Die Bambusmatte, die Schüssel mit Wasser, sowie Reis, Tofu und Gemüse bereit stellen.
Hoso Maki
Ein Noriblatt halbieren und mit der glatten Seite nach unten auf die untere Hälfte der Bambusmatte legen. Die Hände befeuchten und etwas Reis auf dem Blatt verteilen. Hierbei müsst ihr auf dem oberen Rand des Noriblattes ca. 1 cm frei lassen. Den Reis gleichmäßig, und nicht zu dick, auf dem Blatt andrücken. In die Mitte könnt ihr nun die Füllung eurer Wahl legen. Den frei gelassenen Rand mit etwas Wasser bestreichen und mit Hilfe der Bambusmatte das Noriblatt vorsichtig und mit gleichmäßigem Druck aufrollen und am Schluss leicht zusammendrücken. (Hierzu gibt es im Internet zahlreiche Videos, die einem das Rollen ganz gut aufzeigen).

Ura Maki
Die Bambusmatte muss hierfür mit Frischhaltefolie abgedeckt werden. Dann nehmt ihr wieder ein halbiertes Noriblatt, glatte Seite nach unten, und gebt den Reis mit angefeuchteten Händen darauf. Diesmal muss kein Rand frei gelassen, sondern das ganze Blatt bedeckt werden. Darauf dann den gerösteten Sesam streuen und leicht andrücken. Nun wendet ihr das Noriblatt, so dass der Reis nun auf der Folie legt und das Blatt nach oben zeigt. Dann kann der Frischkäse aufgestrichen und die Gurke aufgelegt werden. Und nun wieder, wie beim Hoso Maki auch, aufrollen.

Und fertig sind eure Sushirollen, die ihr nun mit einem sehr scharfen Messer in Stücke schneiden könnt. Das liest sich vielleicht nach viel Arbeit und Aufwand, ist es aber wirklich nicht. Beim Aufrollen muss man einfach ein bisschen rumprobieren, eine Rolle ist mir auch wieder aufgegangen, da ich zu viel Füllung reingetan habe. Aber Übung macht den Meister und das nächste Mal werden meine Rollen daher bestimmt auch noch ein bisschen hübscher. :-)




 

Kommentare:

  1. Die sehen ja wirklich toll und lecker aus! Einige Jahre lang hatte es sich so ergeben, dass mein Sohn an Heiligabend die Küche besetzte und ziemliche Mengen von köstlichem Sushi zubereitete. Ich finde ja, es lohnt sich wirklich, sie selbst zu machen - mir graut aber immer ein wenig vor dem Rollen. Aber bei dir siehts perfekt aus!

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    1. Danke für die liebe Worte. Aber so perfekt lief's bei mir auch noch nicht. Für's erste Mal bin ich dennoch ganz zufrieden.
      Ist ja toll, dass sich dein Sohnemann da so eine Mühe gemacht hat. Das war bestimmt ein tolles Heiligabend-Essen!

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  2. Fürs erste Mal sehen deine Reisröllchen ganz ordentlich aus.
    Ansonsten als Tipp: Der freigelassene Rand des Nori wird NICHT mit Wasser bestrichen. Einfach ein paar Minuten auf den Schluss gelegt, dann haftet das Nori von selbst.

    Liebe Grüße,
    Mari

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    1. Schön mal wieder von dir zu lesen, Mari. :-)
      Danke für den Tipp, werde ich das nächste Mal berücksichtigen.
      Liebe Grüße

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  3. ...sehr toll...jetzt mag ich echt auch mal veganes Sushi probieren...
    Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Sushi und Maki? ich kenn mich gar nicht aus

    schönen Sonntag,
    liebe vegane Grüße, miss viwi

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    1. So richtig gut kenn ich mich zwar auch nicht aus, aber spontan würde ich sagen, Sushi ist so was wie der Oberbegriff. Und Maki heißt Rolle und ist eine Form des Sushis. Es gibt ja auch noch die Sorte, bei der der Belag oben drauf liegt, soweit ich weiß...

      Danke, dir auch noch einen schönen Sonntag!
      LG

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  4. Wow, die haste aber echt toll gemacht! Anemone

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  5. Hallo Ramona!
    Ich war so von deinem Ergebnis und Bildern begeistert, dass ich das natürlich auch gleich probieren musste! Mit ein paar Änderungen ist es bei mir ein Sushi der etwas anderen Art geworden, aber es schmeckte wirklich sehr gut! Und so einfach - vielen Dank für die Inspiration :-). Ich habe dich auch auf meiner Website verlinkt und hoffe dass passt dir so! http://www.pures-geniessen.com/rezepte/gesund-und-fettarm/sushi-ohne-nori-blaetter.html
    LG Sandra

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  6. Liebe Ramona,

    gerade war ich schon bei Sandra unterwegs, denn ich habe nach Sushi ohne Nori Blätter gesucht. Auch dir nochmal danke für die tolle Anleitung. Wir waren nämlich heute beim Japaner. Mein Freund hat sich eine vegetarische Sushiplatte bestellt und ich kann mich mit den Blättern einfach nicht anfreunden. Nun probieren wir morgen einfach mal ohne aus! :)

    Liebe Grüße,
    Froilein Pink

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